Da es ja doch nun noch einige Leute gibt, welche ab und an auf dieser Seite vorbeischauen, möchte ich mich einmal aus meinem kleinen Wanderurlaub melden. Ich befinde mich schon wieder auf dem Rückweg, von meinem Primärziel Finnisch-Lappland musste ich mich schmerzlich trennen, einfach unbeschreiblich, unbeschreiblich menschenleer, atemberaubende Natur.

Leider hat mich die Zivilisation wieder, ich befinde mich gerade in einer Jugendherberge (Vandraheim) in Östersund (Schweden). Selbst diese 40.000-Einwohner-Stadt ist schon zu viel nach 3 Wochen Finnisch-Lappland. Zudem muss ich mir gerade das Geheule eines jungen deutschen Mannes anhören, welcher gerade mit seiner Mutter telefoniert: Moor ist nass (Nein ….), Nebel macht Sachen nass (Nein …), abends wird es dunkel und kalt (nein …), einen Rucksack muss man den ganzen Tag tragen (Nein …). Wahnsinn, was manche Menschen so in ein paar Tagen in Mittelschweden lernen …

Ich habe äußerst differenzierte Eindrücke aus Skandinavien mitgenommen, besonders die unterschiedliche Mentalität der drei großen Bevölkerungsgruppen (Finnen, Schweden und Norweger), die nicht größer sein könnte. Am wohlsten habe ich mich ohne Frage in Finnland gefühlt. Die Finnen sind wahrlich auf dem Boden geblieben, was man von den anderen Nationen nicht wirklich sagen kann. Finnland hat mich von der Mentalität sehr an Island erinnert, Norwegen und Schweden erinnern mich eher an einen USA-Deutschland-Mix aus Hektik und Arroganz.

Statistik: In den letzten vier Wochen habe ich ca. 200 km per Fuß zurückgelegt und ca. 4000 km per Auto. Fünf Nationalparks habe ich bewandert: Oulanka, Urho-Kekkonen, Pallas (alle drei Finnland), Muddus und Skuleskogen (beide Schweden). Meine Ausrüstung hat alles gut überstanden, allerdings gibt es jede Menge Optimierungspotenzial (Zelt, Klappspaten). ABER: Eine ausführliche Ausrüstungskritik wird folgen, es sei allerdings schon einmal erwähnt, dass sich der Wasserfilter als unerlässlich herausgestellt hat und mein neuer Gaskocher mich absolut positiv überrascht hat; dass Gummistiefel echt praktisch in Finnland sind, Gamaschen nie vergessen werden sollten und Expeed-”expeditions”-Luftmatratzen kacke sind! KO-Pfefferspray zur Bärenabwehr ist verschlossen geblieben …

Jetzt geht es noch einmal an die norwegische Grenze, einige Natureindrücke sammeln und vlt. schon einmal den Kungsleden begutachten, welchen ich mir (wenn auch noch nicht fest) für nächstes Jahr vorgenommen habe. Danach noch ein kurzer Halt in Stockholm und Malmö.

[UPDATE] Den Reisebericht findet ihr hier: Reisebericht der Skandinavienreise 2011 [/UPDATE]

bis später


Next post: SRTM-Höhendaten mit OpenStreetMap

Previous post:

  1. Deutscher IT-Sicherheitskongress